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Schloss Helmond und das Alte Haus

Schloss Helmond und das Alte Haus

Seit fast 700 Jahren steht das Schloss Helmond mitten in der Stadt Helmond. Von der Form her sieht es aus wie von einem Kind gezeichnet: quadratisch und mit einem Turm an jeder Ecke.

Das Schloss Helmond ist die größte Wasserburg der Niederlande. Dank seiner günstigen Lage ist es zu Fuß, mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Das Schloss ist ein echtes Stadtschloss, umgeben von einem öffentlich zugänglichen Schlossgarten. Mit frei zu besichtigenden Skulpturen verschiedener Künstler bietet der Garten Erholung und Kunstgenuss zugleich.

Das Schloss Helmond und die Kunsthalle Helmond bilden gemeinsam das Museum Helmond. Beide Standorte liegen fußläufig voneinander entfernt, getrennt durch einen Kanal, im Herzen des Zentrums und in der Nähe von Geschäften, kulturellen Hotspots, Gastronomiebetrieben und Erholungsmöglichkeiten.

Geschichte
Vermutlich begann Lodewijk Berthout van Berlaer, Herr zu Helmond, zwischen 1325 und 1350 mit dem Bau der Schlossanlage. Von Anfang an geplant waren der quadratische Grundriss, die runden Ecktürme und der Schlossgraben. Mit dem Gebäude demonstrierte die Familie ihre Macht und schuf ein strategisch gelegenes Bollwerk zur Verteidigung der Nordostgrenze des Herzogtums Brabant. Die Form des Schlosses entsprach der vorherrschenden Schlossarchitektur in jener Zeit. Zudem verbesserte diese steinerne Behausung die Wohnsituation der Familie Berlaer.

Das Alte Haus
Bevor die Familie Berlaer das Schloss bezog, wohnte sie im „Alten Haus“. Diese hölzerne Burg mit einem wehrhaften Wohnturm war stark veraltet und lag einige hundert Meter vom neuen Schloss entfernt in einem Torfmoor im Tal der Aa. Das Alte Haus bestand aus einem Komplex von Holzgebäuden. Über eine hölzerne Brücke gelangte man durch die Holzpalisade in den Innenhof. Es war das erste Schloss von Helmond, dessen Bau um 1170-1175 begann. Die bekannteste Bewohnerin des Alten Hauses war Maria von Brabant. Sie war die Tochter von Heinrich I. von Brabant und durch ihre Heirat mit Kaiser Otto IV. kurze Zeit Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches. Nach Ottos Tod im Jahr 1218 ehelichte Maria den Grafen Wilhelm I. von Holland. Maria war als sehr gläubige Frau bekannt. Einer Legende zufolge blieb Maria eines Tages, als sie mit ihren Rittern auf der Jagd war, mit ihrem Pferd im Moor stecken. Sie gelobte, an dieser Stelle eine Abtei zu stiften, wenn sie aus ihrer misslichen Lage gerettet würde. Dies geschah, und so entstand das Kloster Binderen, angeblich benannt nach dem Hilferuf, den sie im Moor ausstieß: „K binder in“ (Ich stecke fest).

Schlossfamilien
Der Bau des neuen Schlosses zog sich lange hin. Erst im späten 17. Jahrhundert erhielt es seine heutige Form. Die ursprünglich als militärische Verteidigungsanlage errichtete Burg überstand die folgenden Jahrhunderte relativ unbeschadet, abgesehen von einer kurzen Belagerung durch Prinz Moritz von Oranien im Achtzigjährigen Krieg und einer Feuersbrunst im Jahr 1549, die das Schloss zu großen Teilen in Asche legte.

Im Laufe der Zeit befand sich das Schloss Helmond im Besitz von vier adligen Eigentümern, die es mit ihren Familien und Bediensteten bewohnten: die Familien van Berlaer, van Cortenbach und van Arberg sowie die Familie Wesselman van Helmond. Alle haben dem Schloss ihren Stempel aufgedrückt. Die Familie von Arberg glänzte vor allem durch Abwesenheit und überließ die Sorge für das Schloss einem Verwalter. Die letzte Familie wurde von König Wilhelm II. in den Adelsstand erhoben und hat sich vor allem um die wirtschaftliche Entwicklung Helmonds sehr verdient gemacht. Der Bau des Zuid-Willemsvaart-Kanals beispielsweise war eines der Paradeprojekte der Familie Wesselman van Helmond.

Rathaus
Als der letzte Spross der Familie Wesselman van Helmond einen Großteil des Schlossgartens an Vlisco verkauft und das Schloss selbst 1923 der Stadt Helmond vermacht, wird es zum Rathaus umfunktioniert. Dazu wird das uralte Gebäude zunächst gründlich renoviert und umgebaut. Das Schloss bekommt einen neuen Eingang, ein großes Treppenhaus, neue Flure und großzügige Fenster. Im Zuge dieses Umbaus verkleinert sich der Innenhof.

Ja, ich will!
Seitdem das Schloss als Rathaus dient, kann hier auch geheiratet werden. Anfänglich ist die Trauung im Schloss eine reine Formalität. Die eigentliche, festliche Hochzeit im Brautkleid wird in der Kirche vollzogen. Dies ändert sich ab den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts: Hochzeiten werden immer ausgelassener und persönlicher gefeiert. Heute ist das Schloss Helmond ein beliebter Ort zum Heiraten, an dem nicht nur Ehen geschlossen werden, sondern auch Platz für Hochzeitsempfänge ist. Der schönste Tag im Leben verdient schließlich ein besonderes Ambiente!

Schlossvermietung
Die im Originalstil eingerichteten Räumlichkeiten des Schlosses werden für spezielle Anlässe, Events, Film- und Fotoaufnahme, Tagungen, Kongresse oder Firmenfeiern vermietet.